KI-Woche: Forschung, Politik und Unternehmertum

08.09.2021
Symposium im Krönungssaal Urheberrecht: © Andreas Schmitter

Die von RWTHextern und dem KI-Center organisierte Themenwoche zu Künstlicher Intelligenz (31.08.-03.09.) bot mit ihrer Bandbreite an Formaten eine großartige Gelegenheit zum Austausch über aktuelle KI-Forschung und ihre Implikationen für unsere Gesellschaft. Hier trafen Forschende, Politikerinnen sowie Bürger und Bürgerinnen zusammen, um hoch relevante Fragestellungen zu präsentieren und diskutieren.  

 

Das erste Highlight der Woche war eine Sonderedition der Reihe “Uni im Rathaus” zum Thema “KI und ich”. Auf der Bühne sowie im Publikum wurde diskutiert, wo und wie KI uns in unserem Alltag bereits begegnet. Die Fragen von Moderator Jens Tervooren führten die Anwesenden im Verlauf des Abends sowohl zu durch die wissenschaftlichen als auch die politischen Dimensionen des Themas. Dabei konnten die eingeladenen Experten viele unterschiedliche Perspektiven in die Diskussion einbringen. Holger Hoos, Professor für Machine Learning an der Universität Leiden und Initiator des Netzwerkes CLAIRE, unterstrich die Bedeutung einer EU-weiten Strategie für die Förderung und Regulierung von KI. MdB Dr. Anna Christmann, Obfrau der Enquete-Kommission des Bundestages zu KI, zeigte die politische Perspektive zur Regulierung von KI, aber auch zur Bereitstellung von Daten für die Forschung auf. Über die Möglichkeiten und Grenzen von Machine-Learning-Algorithmen sprach Prof. Bastian Leibe, Sprecher des KI-Centers. Die Schwierigkeiten beim Einsatz von KI in kritischen Entscheidungsprozessen beleuchtete Prof. Markus Strohmaier vom Lehrstuhl für Computational Social Sciences and Humanities. Die zahlreichen Fragen aus dem Publikum zeigten, dass Formaten wie diesen im Dialog um unsere Zukunft mit Künstlicher Intelligenz eine wichtige Rolle zukommt.

  Prof. Saskia Nagel Urheberrecht: © Andreas Schmitter

Am Donnerstag bestand der Abend aus einer Reihe von Kurzvorträgen, welche die verschiedenen Facetten von KI-Forschung an der RWTH beleuchteten. Aktuelle Forschungsfragen aus unterschiedlichsten Bereichen wurden unterhaltsam aufbereitet. Aus der Grundlagenforschung zu KI-Methoden berichteten Prof. Wil van der Aalst, Prof. Gerhard Lakemeyer, Prof. Bastian Leibe und Prof. Michael Schaub. Das Thema von effizienter und ressourcenschonender Hardware für KI-Anwendungen wurde von Prof. Max Lemme vorgestellt. Der Vortrag von Prof. Abigail Morrison behandelte die Frage, wie ein besseres Verständnis des menschlichen Gehirns dazu beitragen kann, neuronale Netze weiter zu optimieren. Zwei Beispiele zur Anwendung von KI-Algorithmen in der Regelungstechnik und in der molekularen Bildgebung kamen von Prof. Sebastian Trimpe und Prof. Fabian Kießling. Wie KI unsere Arbeits- und Lebenswelt verändern wird, wurde von Prof. Verena Nitsch und Prof. Saskia Nagel thematisiert. Das Format illustrierte einmal mehr die beeindruckende Vielfalt von KI-Forschung an der RWTH.

  Sebastian Thrun beim Wissenschaftlichen Symposium Urheberrecht: © Andreas Schmitter

Internationale KI-Forschung wurde auf dem Wissenschaftlichen Symposium im Krönungssaal am Freitag präsentiert. Die Keynote von Professor und Unternehmer Sebastian Thrun vermittelten den Zuhörenden die aufregenden Anwendungsmöglichkeiten von KI im Mobilitätssektor. Ein weiteres Anwendungsfeld - KI in der Robotik für die Landwirtschaft - wurde von Prof. Cyrill Stachniss (Universität Bonn) vorgestellt. Prof. Max Welling (Universität Amsterdam) nutzte seinen Vortrag um zu erklären, welche Bedeutung die Forschung zur Simulation molekularer Prozesse für unser Verständnis der Welt hat. Auch auf diesem Gebiet spielen die jüngsten Fortschritte im Bereich Deep Learning und Quantum Computing eine zentrale Rolle. Der zweite Teil des Symposiums wurde von Prof. Barbara Hammer mit einem Beitrag zu nicht-stationärem Machine Learning eingeleitet. Zum Schluss präsentierte Prof. Holger Hoos seine Forschung zu der Frage, wie sich Vertrauen in Machine Learning Algorithmen herstellen lässt. Der Stream des Symposiums ist weiterhin auf dem YouTube-Kanal der RWTH verfügbar (Englisch).

 

Das Finale der KI-Woche war die Verleihung des Aachener Ingenieurspreises an Prof. Sebastian Thrun (Pressemitteilung). Die Themenwoche hat einmal mehr die Bedeutung von KI für unsere Zukunft hervorgehoben und die beeindruckende Bandbreite von KI-Forschung an der RWTH aufgezeigt. Anknüpfend an diesen Erfolg werden auch in Zukunft weitere spannende Events stattfinden. Für Neuigkeiten rund um KI an der RWTH können Sie unserer Mailingliste beitreten (E-Mail mit Betreff “subscribe” an ai-center-interest-join@lists.rwth-aachen.de ) oder uns auf LinkedIn folgen.